Vom TTC "Olympia" zum FC "Luzencia"
Ein Blick in die wechselvolle Geschichte der Tischtennisabteilung des FCL Niederlützingen
Seit mehr als 50 Jahren wird in Niederlützingen bereits vereinsmäßig Tischtennis gespielt. Es war im Dezember 1952, als sich eine Gruppe Jugendlicher und junger Männer im Gasthaus Luzencia“ zusammenfand und einen Tischtennisclub gründete: den TTC „Olympia“ Niederlützingen.
Es begann alles unter einfachsten Verhältnissen. Als Trainingsstätte diente in den ersten Wochen der Saal von „Luzencia“; die gleichnamige Gaststätte war gleichzeitig auch das erste Vereinslokal . Anfang 1953 wechselten die TT-Spieler Vereinslokal und Trainingsraum und spielten fortan im Saal des Gastwirts Sepp Schmitz. Hier fanden sich die Interessierten fortan regelmäßig ein, um ihrem Lieblingssport nachzugehen. Am 9. Mai 1993 fand dort eine Generalversammlung des jungen Vereins statt. Im Verlaufe dieser Zusammenkunft wurde ein Vorstand gewählt und weitere Regelungen festgesetzt. Im Vorstand vertreten waren: Friedel Seibert (1. Vorsitzender), Willi Engels (2. Vorsitzender), Toni Paulsen (Kassierer), Reimund Schäfer (Schriftführer) und Peter Nonn (Beisitzer). Zu Spielführern wählten die TT-Sportler Manfred Zissener für die erste Mannschaft und Othmar Hoß für die zweite Mannschaft. Außerdem war man dabei, zwei Schülermannschaften aufzubauen. Insgesamt zählte der Verein zu diesem Zeitpunkt 19 Erwachsene und 13 Jugendliche und Schüler. Wenige Wochen später meldete sich der TTC „Olympia“ als Verein beim Tischtennisverband Rheinland an. Es wurden Spielerpässe beantragt und am 1. September 1953 begann der Spielbetrieb in der Meisterschaftsrunde. Eine Seniorenmannschaft startete in der 2. Kreisklasse. Der Kreisverband Mayen – unser Ort gehörte damals politisch zum Kreis Mayen – nahm die „Olympia“ wegen der Randlage Niederlützingens nicht auf. Zuvorkommender reagierte der TT-Kreisverband Ahrweiler, der eine Ausnahmegenehmigung erstellte. Diese erhielten auch die im Kreis Neuwied befindlichen Vereine TTC Erpel und TTC Linz.
.Niederlützingen bestritt die Saison in der Tischtennis-Kreisklasse Ahrweiler-Neuwied, musste in den ersten Spielen natürlich Lehrgeld zahlen, konnte aber auch schon einige Siege feiern. Im darauffolgenden Jahr war der TTC „Olympia“ – er spielte jetzt bereits mit mehreren Mannschaften in der Punkterunde mit – bereits weitaus erfolgreicher. In der Saison 1954/55 wurde die erste Mannschaft Meister der 2. Kreisklasse und stieg auf. Am 20. Dezember 1995 löste sich der junge Verein dann jedoch auf und gliederte sich als Abteilung an den FC „Luzencia“ an. Die Initiative hierzu war von Walter Jungbluth (Geschäftsführer FCL), Toni Paulsen (1. Vorsitzender TTC) und Vereinswirt Sepp Schmitz ausgegangen. Insbesondere wirtschaftliche Gründe waren für den Wechsel verantwortlich.
Anfang 1956 wechselten mit Franz-Josef Hohs und Josef Pütz zwei Oberlützinger nach Niederlützingen. Die beiden hatten beim am 3. September 1952 gegründeten TTC Oberlützingen gespielt. Dieser Verein war 1956 jedoch aufgelöst worden.
Sowohl die Eingliederung in den FC „Luzencia“ als auch der Zugang der Oberlützinger Spieler brachte eine kräftige Belebung für den Tischtennissport in Niederlützingen. Ein unaufhaltsamer Aufstieg begann. Bereits drei Jahre nach der Vereinsgründung spielten mit Toni Paulsen und Friedel Seibert zwei hiesige TT-Spieler in der Kreisauswahl , die Rheinlandmeister wurde. Ab der Saison 1957/58 war die erste Tischtennismannschaft in der Bezirksliga, stieg im Jahr darauf sogar in die zweite Rheinlandliga auf und spielte dort über Jahre hinweg. Die beiden anderen Seniorenmannschaften, die in den 60er Jahren gemeldet waren, waren in der Bezirkliga und in der Kreisklasse vertreten. In diesem Jahren betrieben die TT-Spieler auch eine erfolgreiche Jugendarbeit. Der sportlich erfolgreichste Nachwuchsspieler war Hans-Josef Schmitz, der im Jahre 1967 die Schüler-Rheinland-Meisterschaft im Einzel erringen konnte. Ebenfalls äußerst erfolgreich waren als Schüler und Jugendliche Gisbert Hoß und Edgar Horn , die auf Verbandsebene auch zu Meisterehren kamen.
Jeder Verein erlebt Höhen und Tiefen, davon blieb auch die Tischtennisabteilung nicht verschont. Aufgrund von Spielermangel wurde in den 70er Jahren zunächst die dritte Mannschaft angemeldet, die zweite stieg in die Kreisklasse ab, die erste Mannschaft musste Ende der 70er Jahre ebenfalls Abstiege in Kauf nehmen und spielte in der Bezirksklasse. Diese negative Entwicklung setzte sich in den achtziger Jahren fort. Die sportlichen Rückschläge hatten mehrere Ursachen. Zum einem wurde die Nachwuchsarbeit vernachlässigt, zum anderen beendeten langjährige Aktive ihre Laufbahn. Dazu kam noch, dass einige bewährte Kräfte den Verein wechselten.
Ende der achtziger Jahre besannen sich die Verantwortlichen der FCL-Tischtennisabteilung dann wieder auf eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit. Federführend hierbei war Hans-Josef Schmitz, der – nachdem er einige Jahre erfolgreich als Aktiver bei anderen Vereinen gespielt hatte - wieder zurück zu seinem Stammverein FCL Niederlützingen wechselte und dort die Abteilungsleitung übernahm.
Seit Beginn der 90er Jahre konnte die TT-Abteilung wieder einen enormen Aufschwung verzeichnen. Durch die Inbetriebnahme der hiesigen Mehrzweckhalle verbesserten sich die sportlichen Möglichkeiten der TT-Spieler merklich. Im Jahre 1992 wurden erstmals offene Tischtennisdorfmeisterschaften ausgetragen. Teilnehmen durften alle Bürger aus Niederlützingen, Oberlützingen und Brohl. Die Resonanz war derart groß, dass diese Veranstaltung im Jahr darauf wiederholt wurden und heute fester Bestandteil des sportlichen Angebotes in unserer Gemeinde ist. Mit zwei, zumeist sogar mit drei Seniorenmannschaften beteiligt sich die Abteilung an den Meisterschaftsrunden des Kreisverbandes. Jungen- Schüler, Bambini-, zeitweise sogar eine Mädchen-Mannschaft, zeugen von der intensiven Nachwuchsarbeit, die in den vergangenen Jahren betrieben wurde. Hierzu gehört auch die Ausrichtung von Tischtennis-Mini-Meisterschaften. Sie wurden in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Grundschule Brohl-Lützing ausgetragen und verfolgen das Ziel, Kinder für den TT-Sport zu begeistern.
Meistertitel und sonstige Erfolge konnten in den 90er Jahren natürlich ebenfalls wieder errungen werden. Ausgebaut wurde ferner der TT-Hobbybereich. Hier spielen TT-Freunde mit, die entweder nie in einer „Profi“-Mannschaft, das heißt, mit Spielerpass gespielt haben, oder aber Jahre nicht mehr an der Platte gestanden haben. Zeitweise spielte der FCL Niederlützingen mit zwei Hobbymannschaften in der Meisterschaftsrunde des Tischtennisverbandes mit. Die TT-Hobbyspieler richteten Mitte der neunziger Jahre sogar die Hobby-Kreismeisterschaften aus und verhalfen so der TT-Abteilung zusätzlich zu Ansehen.
Nach der Jahrtausendwende wurde es etwas ruhiger um den Niederlützinger Tischtennissport. Die Seniorenmannschaften mussten nach und nach alle abgemeldet werden. Ähnlich erging es den Nachwuchsmannschaften. Was blieb, waren die Hobbyspieler. Ihnen ist es auch zu verdanken, das die „Celluloidartisten“ des FCL Niederlützingen in den vergangenen Jahren wieder einen Aufschwung erlebten, der bis jetzt – 2008 – andauert. Mit jeweils drei Freizeitmannschaften und drei Jungenmannschaften beteiligt sich die TT-Abteilung an der Punkterunde 2007/8. Es konnten auch mehrere Meisterschaften gefeiert werden: So gewann beispielsweise die 1. Freizeitmannschaft zweimal in Folge den Titel in der 1. Freizeitklasse und vertritt unseren Verein jetzt in der Regionsliga, der höchsten Klasse des TT-Kreisverbandes im Hobbybereich. Die 1. Jungenmannschaft siegte in der Kreisliga, setzte sich in der Regionsliga durch und spielt nun in der Bezirksliga
Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Tischtennisabteilung auch in den kommenden Jahren ein glücklichen Händchen beweisen und gemeinsam mit den übrigen TT-Freunden diesen Sport in unserem Ort weiter fördern.
Achim Schmitz
